Midway between 1975 und 1985 – Helga und der wilde Kaiser

Der Sex mit Elke im Gemeinschaftslager auf der Alpenhütte führte nicht dazu, dass ich wieder mit ihr zusammen kam, denn ich war nach der Trennung mit Gabi noch zu weit davon entfernt, eine neue Beziehung zu beginnen und Elke war immer noch von ihrem Wesen her einfach nicht der Mensch, den ich suchte.

(in dieser Geschichte: FSK18 beachten!)

Im Gegenteil, ich hatte ein schlechtes Gewissen wegen dieser Leidenschaft, die uns überwältigt hatte. Da offene Gespräche mit ihr nicht möglich waren, bin ich mir nie sicher geworden, ob sie sich vielleicht immer noch nach einer Freundschaft mit mir sehnte. Und wenn mein Unglück mit Gabi mich eines gelehrt hatte: Ich wollte andere Menschen nicht so unglücklich machen, wie ich es bei ihr gewesen war.

Aber der Sex mit Elke hatte mir auch geholfen. Ich war ein weiteres kleines Stück von Gabi weg gerückt und es tat ein kleines wenig weniger weh.

Am nächsten Morgen lernte ich Helga kennen. Wir trafen uns noch vor dem Frühstück auf der Terrasse der Alpenhütte. Beide waren wir rausgegangen, um den Wilden Kaiser zu bewundern, der in der kalten klaren Morgenluft ein Bad in den Strahlen der aufgehenden Sonne nahm. Ein paar Meter auseinander genossen wir erst die Stille und die Aussicht, um uns dann anzulächeln und eine unwichtige Bemerkung zu machen.

Sie erinnerte mich von ihrem Äußeren her ein wenig an Frauke. Fülliger, größer und kräftiger als mein Idealtyp. Sehr extrovertiert und redselig. Aber irgendwie auch ein wenig unsicher und gehemmt.

Wir redeten bis die anderen zum Frühstück riefen und wir redeten am Abend weiter, nachdem sie mit ihrer und ich mit meiner Gruppe eine Tageswanderung gemacht hatten.

Als wir am nächsten Tag den Alpenurlaub beendeten, hatte ich wieder mal einen Zettel mit Adresse und Telefonnummer in der Tasche verstaut und einige Kenntnisse über sie im Kopf gespeichert:

Sie war etwa 5 Jahre älter als ich. Hatte nach dem Abitur eine Banklehre gemacht und lebte bereits seit Beginn der Ausbildung ihr eigenes Leben mit eigener Wohnung und eigenem Auto in Aachen. Und auch sie hatte eine gescheiterte Beziehung hinter sich. Sie war sogar einige Jahre verlobt gewesen. Ihr Verlobter hatte sie betrogen und sie hatte ihn rausgeworfen, als er es ihr gestanden hatte.

Helga und ich trafen uns ein paar Wochen später bei ihr in Aachen. Für mich war alles seltsam und ungewohnt: Eine ältere Frau mit Erfahrungen und eigener Wohnung. Ein Treffen mit einem befreundeten Paar Mitte 20, die verheiratet waren und ein kleines Kind hatten. Nette sympathische Leute aus der mir damals sehr fremden Welt junger Familien. Helga und ich gingen einkaufen. Wir kochten. Wir küssten uns und wieder erinnerte mich etwas an Frauke: Ihre Zurückhaltung und ihre Art, sich gegen alles erst mal zu sträuben.

Was ich erhofft hatte war eine Frau, die nach mehreren Jahren Zusammenleben mit einem Mann bei uns die sexuelle Führung übernimmt. Was ich in der ersten Nacht bekam, war ein Laken und eine Decke im Wohnzimmer auf der Coach.

Bevor ich an diesem Sonntag wieder zur Bundeswehr fuhr, hatten wir eine Verabredung für das nächste Wochenende. Ein eindeutiger Fortschritt gegenüber Gabi. Helga hatte viel Zeit und wollte sich mit mir verabreden.

Auch das nächste Wochenende begann mit gemeinsamen Unternehmungen und Häuslichkeit. Da ich sie einschätzte wie Frauke, hatte ich beschlossen, die Sache auch ähnlich anzugehen. Und ich kam auf dem Weg der Hartnäckigkeit auch ähnlich weiter. Auf die Küsse folgten ihre Brüste, auf diese Kitzler, Schamlippen und Vagina. Rückmeldungen, die auf Erregung hätten schließen lassen, konnte ich nicht erkennen. Wir schliefen nicht miteinander, aber alles andere ließ sie zu.

Irgendwann begann sie meinen Schwanz zu bearbeiten, aber was ich bekam war nicht die beeindruckende Übung einer erfahrenen Frau, sondern harte schnelle Bewegungen, mit der sie, wäre mein Schwanz eine Luftpumpe gewesen, Ruck-Zuck einen Fahrradschlauch aufgepumpt hätte. Dass eine Luftpumpe Schmerzen empfindet, vermute ich zwar nicht, aber mein Schwanz tat es und ich musste zweimal ihre Hand greifen, um meinen kleinen Freund zu retten. Meine Bitten um mehr Vorsicht verhallten fast ungehört und meine Vorstellung, dass sie doch bitte mein Feedback dazu nutzt, sich auf mich einzustellen, erfüllte sich nicht. Bei aller mechanischen Energie, die sie aufwendete; Erregung erzeugte sie bei mir nicht. Ich gab irgendwann auf, bat sie dasselbe zu tun und ging ins Bad. Und dort half ich dann auch meinem kleinen Freund aus der dummen Situation heraus.

Damals war mir noch nicht klar, dass ich sowohl zwischen den Beinen als auch an den Brustwarzen empfindlicher bin als viele Männer. Das wurde mir erst viele Jahre später bewusst, als ich beim Partnertausch im Pärchenclub erlebte, dass die Mehrheit der Frauen mir die Raffinesse, die sie sich von Männern wünschen, nicht geben können, sondern immer nur diese einfache Pumptechnik versuchen. Und ich bekam mit, dass viele Männer genau das toll fanden und auch dringend brauchten, um zu kommen.

In dieser Nacht schlief ich neben ihr in einem großen Ehebett.

Das nächste Treffen fand einige Wochen später statt, nach mehreren Briefen und einem Segeltörn meinerseits auf der Ostsee.

Der Tag lief für mich problemlos, aber als ich versuchte, ihr am Abend näher zu kommen und meine Hände unter ihre Kleidung zu schieben, reagierte sie sauer: „Ich kann nicht mit Dir schlafen. Ich will auch nicht. Mein Verlobter hat mich so verletzt. Unsere Beziehung war so toll und dann schläft er mit einer anderen. Ich habe immer versucht, mit ihm Sex zu haben, wenn er wollte, obwohl es mir keinen Spaß gemacht hat. Und jetzt kann ich nicht mehr. Ich weiß nicht, ob ich jemals wieder einem Mann vertrauen kann. Und ob ich jemals wieder mit einem Mann intim werden kann. Für mich gehört Sicherheit und Dauerhaftigkeit zu einer Beziehung. Ich bin einfach noch nicht bereit, eine neue Enttäuschung zu riskieren.“

Nun, dann waren wir ja schon zwei. Zwei, die sich nicht sicher waren. Halt nein. Ich war mir eigentlich sicher. Nämlich, dass ich eine Beziehung mit  Sicherheit und Dauerhaftigkeit derzeit nicht wollte. Ein Abenteuer vielleicht. Ein weiterer Schritt weg von Gabi, ja. Aber Verlobung, Heirat, Kinder und zusammen bis dass der Tod uns scheidet? Nein, nicht so schnell. Und nicht wegen Sicherheit und Dauerhaftigkeit.

Ich schlief wieder auf dem Sofa und fuhr am nächsten Tag nach dem Frühstück wieder weg. Es ging mir gut. Ich hatte bis dahin keine Gefühle für Helga entwickelt und damit auch keinen Schmerz mit der Trennung.

Ein Kommentar zu “Midway between 1975 und 1985 – Helga und der wilde Kaiser

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